VERSORGUNGSENGPÄSSE BEI METALLEN

Pressemitteilung Strategische Allianz Metallverbände

VERSORGUNGSENGPÄSSE Bei METALLEN

Strategische Allianz der Metallwirtschaft fordert

Rohstoffbeauftragte*n und

wirkungsvolle europäische Rohstoffstrategie 

 Berlin, 2. Dezember 2021

 Die aktuelle Knappheit von Magnesium hat verdeutlicht, wie gravierend internationale Versorgungsengpässe die europäische Wirtschaft jederzeit treffen können: Windräder, Solaranlagen, Elektromobilität – alles nicht möglich ohne metallische Rohstoffe. Für die Entwicklung von Zukunftstechnologien und für die ökologische Transformation unserer Wirtschaft ist eine sichere Versorgung mit metallischen Rohstoffen, wie Aluminium, Kupfer, Lithium, Mangan, Magnesium, Nickel oder Seltenen Erden, daher essenziell. Durch die Veränderung und Anfälligkeit internationaler Lieferketten wird die Rohstoffversorgung jedoch immer schwieriger.

 Die Verbände Aluminium Deutschland, Aluminium-Verband Schweiz, BDS, EHV, VDM, WGM, WVM, WSM haben eine strategische Allianz gebildet, um Handlungsoptionen aufzuzeigen.

 Besonders wichtig ist es den beteiligten Verbänden, Öffentlichkeit und Politik für das Thema zu sensibilisieren und die damit verbundenen Herausforderungen zu verdeutlichen. Die Rohstoffsicherung der Wirtschaft muss im Fokus einer zukunftsorientierten Politik stehen. Der Aktionsplan zu kritischen Rohstoffen der Europäischen Kommission ist ein guter erster Ansatz, sollte aber mit mehr Nachdruck verfolgt werden.

 Als weiteren Schritt fordern die beteiligten Verbände die zukünftige Regierung auf, eine(n) Rohstoffbeauftragte(n) zu berufen. Diese(r) muss maßgeblich für eine nationale Rohstoffstrategie verantwortlich sein und sie auf europäischer Ebene integrieren.

 Denn: „Ohne metallische Rohstoffe stehen hier die Bänder still. Die Bundesregierung darf nicht zusehen, sondern muss eine wirkungsvolle Versorgungsstrategie entwickeln“, sagen die an der Initiative beteiligten Verbände.

 gezeichnet

Marius Baader

Geschäftsführer

Aluminium Deutschland e.V.

Marcel Menet

Geschäftsführer

Aluminium-Verband Schweiz e.V.

Oliver Ellermann

Vorstand

BDS AG - Bundesverband Deutscher Stahlhandel

 

Ralf Winterfeld

Geschäftsführer

Edelstahlhandelsvereinigung e.V.

 

Ralf Schmitz

Hauptgeschäftsführer

Verband Deutscher Metallhändler e.V.

 

Nikolai Malanowski

Geschäftsführer

Wirtschaftsverband Großhandel Metallhalbzeug e.V.

Christian Vietmeyer

Hauptgeschäftsführer

Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V.

 

 

Franziska Erdle

Geschäftsführerin

Wirtschaftsvereinigung Metalle e.V.

PM (WSM) Industrieller Mittelstand – nur ein Randthema?

PM des WSM:

Koalitionsvertrag enttäuscht etwas: gute Ansätze, aber WSM-Branchen zu wenig berücksichtigt

Düsseldorf/Hagen, 30. Nov. 2021. „Der Koalitionsvertrag enttäuscht etwas – es gibt gute Ansätze, aber die Mittelstandspolitik ist nur ein Randthema“, bedauert Christian Vietmeyer, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung (WSM). Der Verband vermisst zudem konkrete Lösungen: etwa zur Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft.

Positiv: Betonung der Innovationskraft der Industrie

Positiv bewertet der WSM, dass der Koalitionsvertrag die Bedeutung von Industrie und Innovationskraft unterstreicht. Auch dass er sich zum Industriestandort Deutschland bekennt und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen schaffen will, passt: „Den Klimawandel können wir nur mit der Industrie und ihren technischen Lösungen erfolgreich bekämpfen“, unterstreicht Vietmeyer.

Verfahrensbeschleunigung und Bürokratieabbau begrüßenswert – allerdings wenig Neues

Der Verband begrüßt zudem die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. Davon dürfte der Mittelstand profitieren. Vom Bürokratieabbau ebenfalls – wenngleich der Vertrag hier wenig Neues bringt. Echten Mehrwert bietet die elektronische Lösung der Sozialversicherungsbescheinigung (A1) für Auslandsreisen.

Abschaffung EEG-Umlage ist ein Fortschritt, reicht aber nicht

Ein Fortschritt ist auch die Abschaffung der EEG-Umlage, die der unter hohen Energiekosten leidende industrielle Mittelstand seit Jahren fordert. Der Industriestrompreis ist längst nicht mehr wettbewerbsfähig. Die Entlastung von staatlichen Abgaben und Umlagen reicht allerdings nicht: „Leider hat die Politik die Chance verpasst, das Brennstoffemissionshandelsgesetz – dessen CO2-Preis den produzierenden Mittelstand nur in Deutschland besonders belastet – in ein europäisches System zu überführen“, so der WSM-Hauptgeschäftsführer. Nur dadurch gäbe es zumindest in Europa faire Wettbewerbsbedingungen, die das Abwandern der Industrie verhindern.

Mittelständische Unternehmen irritiert

„Der Koalitionsvertrag lässt hoffen. Aber viele Unternehmen irritiert die geringe Berücksichtigung des industriellen Mittelstands“, lautet das Fazit des WSM. „Wir werden daran arbeiten, dass diese Industrien bei der Umsetzung mehr als ein Randthema sein werden.“     Text 2.187 Z. inkl. Leerz.

Über den WSM:

Die Stahl und Metall verarbeitende Industrie in Deutschland, das sind: rund 5.000 vorwiegend familiengeführte Betriebe, die mit über 400.000 Beschäftigten über 80 Milliarden Euro Umsatz im Jahr erwirtschaften. Die Unternehmen beschäftigen im Durchschnitt 100 Mitarbeiter und sind mit Abstand die wichtigsten Kunden der Stahlerzeuger.

Die Branche zeichnet sich durch hohe Spezialisierung und Wettbewerbsintensität aus. Die Unternehmen fertigen für die internationalen Märkte der Automobil-, Elektro- und Bauindustrie, den Maschinenbau und den Handel.

Der WSM ist Dachverband für 14 Fachverbände. Zusammen bündeln sie die Interessen einer der größten mittelständischen Branchen in Deutschland und sind Sprachrohr für deren wirtschaftspolitische Vertretung auf Länder-, Bundes- und europäischer Ebene. Sie suchen den Ausgleich mit marktmächtigen Abnehmern und Lieferanten aus Industrie und Handel. Und sie fordern bessere Rahmenbedingungen für Wachstum, Dynamik und Wettbewerb – ob bei Steuern, Abgaben, Recht, Forschung, Umwelt, Energie oder Technik.

 

 

Pressekontakt:

Eva Machill-Linnenberg, mali pr, Schlackenmühle 18, 58135 Hagen,

fon +49 2331 46 30 78, fax +49 2331 4 735 835, wsm@mali-pr.de

METALL-NRW-Umfrage: Massive Versorgungs- und Lieferengpässe schwerer Rückschlag für wirtschaftliche Erholung

PRESSEMITTEILUNG                                

METALL NRW - 40474 Düsseldorf · Uerdinger Straße 58-62 - Telefon (0211) 45 73 – 233 - presse@metall.nrw - www.metall.nrw

METALL-NRW-Umfrage: Massive Versorgungs- und Liefereng-pässe schwerer Rückschlag für wirtschaftliche Erholung

Dr. Mallmann: „Fast jeder Betrieb in der Metall- und Elektroindust-rie Nordrhein-Westfalens betroffen“

Die Unternehmen der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektro-industrie haben mit massiven Versorgungs- und Lieferengpässen zu kämpfen. Das ist das Ergebnis einer am Montag in Düsseldorf vorgelegten Umfrage des Verbandes der Metall- und Elektro-In-dustrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW) unter mehr als 300 Betrieben mit fast 115.000 Beschäftigten. Der Hauptgeschäfts-führer von METALL NRW, Dr. Luitwin Mallmann, bezeichnete die aktuelle Lage in den Unternehmen als „sehr angespannt“. Über alle Branchen, Betriebsgrößen und Regionen hinweg sei fast jeder Be-trieb im Land betroffen, vier von fünf Betrieben berichteten von einer „mittleren“ oder sogar „starken“ Beeinträchtigung. Vorpro-dukte, Rohstoffe und Materialien seien entweder gar nicht (42 Pro-zent), nicht in der benötigten Menge (58 Prozent), nicht in der be-nötigten Zeit (92 Prozent) oder nur zu deutlich gestiegenen Preisen (89 Prozent) verfügbar. Mit den Versorgungsproblemen seien die Unternehmen im Schnitt bereits seit 5,4 Monaten konfrontiert. „Diese Entwicklung ist ein schwerer Rückschlag für die eigentlich erwartete wirtschaftliche Erholung des wichtigsten Industrie-zweigs des Landes, der sich bis weit in das nächste Jahr auswir-ken wird“, erklärte Dr. Mallmann. Der Umfrage zufolge sei für na-hezu alle Betriebe (94 Prozent) kein Ende der Versorgungseng-pässe absehbar.

„Große Sorgen macht mir der rapide Anstieg der Kosten“, sagte Dr. Mallmann. Die Beschaffungspreise seien im Schnitt um 38 Pro-zent gestiegen, jedes vierte Unternehmen habe sogar Preiszu-wächse von mehr als 50 Prozent zu verkraften. Nur wenige Be-triebe (14 Prozent) könnten die Preissteigerungen vollumfänglich an die Kunden weitergeben. Angesichts der großen Herausforde-rungen zur erfolgreichen Transformation der Industrie treffe die schlechte Versorgungslage die Unternehmen zur Unzeit, so Dr. Mallmann. Im Schnitt hätten die Betriebe allein im laufenden Jahr 13 Prozent weniger Umsatz zu verkraften. Auf die Engpässe wür-den bereits 15 Prozent der Betriebe mit Kurzarbeit reagieren. Zur Linderung der angespannten Situation überprüften die Unterneh-men gegenwärtig ihre internationalen Lieferketten. Allein 61 Pro-zent der Betriebe meldeten Lieferprobleme mit China. Um die Aus-wirkungen der Engpässe abzumildern, könne auch die Politik hel-fen, betonte Dr. Mallmann. Dazu gehörten aus Sicht der Betriebe die Optimierung der Zollabfertigung, die temporäre Aufhebung von LKW-Fahrverboten an Sonn- und Feiertagen sowie des Nachtflug-verbots für Transportflüge an betroffenen Flughäfen und die Ver-längerung der Regelungen zur Kurzarbeit.

8. November 2021

Kontakt:

Dipl.-Volksw.

Hubertus Engemann

Mitglied der

Hauptgeschäftsführung

Leitung

Kommunikation

Fon: 0211 - 4573-232/233

Fax: 0211 - 451370

engemann@metall.nrw

www.metall.nrw

PM - Energiepreisanstieg bedeutet für viele Betriebe der Stahl- und Metallverarbeitung das Aus – und damit auch für „Made in Germany“

 

 

Der rasante Anstieg der Preise für Industriestrom und Erdgas bedeutet für viele mittel-ständische Industriebetriebe der Stahl- und Metallverarbeitung, dass sie nicht mehr in Deutschland produzieren können – das Rückgrat der deutschen Industrie stirbt.

Der Börsen-Strompreis für den Bezug im Jahr 2022 ist seit Oktober 2020 von rund 40 €/MWh auf über 128 €/MWh (Base-Load) gestiegen, der Gaspreis in demselben Zeitraum von unter 30 €/MWh auf knapp 130 €/MWh (zwischenzeitlich auf 160 €/MWh). Während die abgesenkte EEG-Umlage eine leichte Milderung des Anstiegs der Strompreise bewirkt, kommt zu der Ent-wicklung bei Erdgas die Anfang 2021 eingeführte rein nationale CO₂-Bepreisung noch hinzu. Besonders stromintensive Betriebe der Branche, die eine geringere EEG-Umlage zahlen, profi-tieren von der niedrigeren Umlage zudem deutlich weniger. Für nicht von den staatlichen Abga-ben entlastete Betriebe sind Strompreiserhöhungen von 34% zu erwarten, die Gaspreise kön-nen um 240% oder mehr ansteigen, wenn der zuständige Einkäufer einen ungünstigen Zeit-punkt erwischt – und das Zeitfenster zur Beschaffung der Energie für 2022 schließt sich.

Der Klimaschützer mag frohlocken, dass bei derart hohen Energiepreisen, der leider noch teure „grüne“ Wasserstoff zum Zuge kommen müsste. Allerdings steht dieser viel beschworene Klima-retter den mittelständischen Verarbeitungsbetrieben noch lange nicht zur Verfügung. Da dürften zunächst die Dax-Konzerne aus der Stahl-, Chemie-, Luftfahrt-, und Automobilindustrie berück-sichtigt werden, die Kreuzfahrer sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Die Politik sollte nicht vergessen, dass diese Konzerne aus dem Mittelstand heraus mit Innovationen und Komponen-ten versorgt werden, deren Herstellung nicht nur aufgrund der steigenden Anforderungen an Zuverlässigkeit und Haltbarkeit ebenfalls energieintensive Prozesse erfordern.

Für viele mittelständische Betriebe bedeutet die Energieverteuerung daher, dass sie nicht mehr kostendeckend produzieren können. Im Durchschnitt erzielt die Branche eine Gewinnmarge von 1,5% (2019). Selbst beim mittleren Energiekostenanteil von 2,1% ist angesichts der skizzierten Preisentwicklungen schon dem Sextaner klar, dass ab 2022 erhebliche Verluste eingefahren werden. Die energieintensiveren Betriebe mit Energiekostenanteilen von über 5, teilweise mehr als 10% müssen angesichts des Ausblicks sofort ihre Werkstore schließen, denn eine Weiter-gabe der Kosten an die Kunden gestaltet sich erfahrungsgemäß äußerst schwierig.

Die Unternehmen der Stahl- und Metallverarbeitung beliefern zu einem hohen Anteil markt-mächtige Kunden, wie die Automobilindustrie. Dort ist die gelebte Praxis, dass nachweisbare oder offensichtliche Kostenanstiege auf der Materialseite (hier: Stahl oder Metalle wie Alumi-nium) verhandelbar sind und zumindest teilweise und mit oft erheblichem Zeitverzug ausgegli-chen werden. Andere Kostensteigerungen wie Personal- oder Energiekosten müssen dagegen regelmäßig durch „Effizienzsteigerungen“ bei den Zulieferern abgefedert werden.

Presseinformation

Angesichts der skizzierten Preisentwicklungen wird diese Verhandlungspraxis unweigerlich zunächst

zum Aussterben der Zulieferindustrien und anschließend zu größten Herausforderungen

bei den Automobilherstellern führen, zusätzlich zu dem auf beiden Seiten zu bewältigenden

Strukturwandel.

Das betrifft dann Familienunternehmen, die an ihren Standorten seit Jahrzehnten oder -hunderten

oft der größte Arbeitgeber sind, deren Verantwortliche im Gegensatz zu den börsenorientierten

Konzernen noch enge Beziehungen zu den Beschäftigten pflegen, soziale und gesellschaftliche

Verantwortung übernehmen, ja, den Zusammenhalt der Gesellschaft garantieren.

Erkennbar gibt es nur zwei Lösungen, die aufeinander aufbauend einen Rettungsanker für die

Stahl- und Metallverbeiter, ihre Beschäftigen und die Kundenindustrien schmieden können:

Zunächst müssen die Kunden anerkennen, dass die Entwicklung der Kosten jenseits des Vormaterials

weder von den Lieferanten beeinflussbar ist, noch von ihnen getragen werden kann,

denn zumindest kurzfristig sind auch keine weiteren Effizienzmaßnahmen umsetzbar, wie sie

immer stärker nicht nur von Kunden, sondern auch von der Politik angereizt werden. Es ist kein

anderer Ausweg für die Zuliefer-Betriebe erkennbar.

Zweitens muss die Bundesregierung schnellstmöglich die Abschaffung der energiewendebedingten

staatlichen Abgaben (EEG-, KWK-, Offshore-Umlage) einleiten und die Energiesteuern

auf die EU-Mindestsätze absenken. Das könnte den Strompreis um rund 6 Cent/KWh entlasten.

Außerdem sollte der neue, rein nationale CO₂-Preis kurzfristig ausgesetzt werden. Das wäre

zwar ein kleiner Tropfen auf einen glühend heißen Stein, würde jedoch die europäischen Kostenniveaus

angleichen und zudem den politischen Zielen der Verteuerung fossiler Brennstoffe

gar nicht entgegenstehen, denn diese sind aktuell nicht nur bereits teuer genug, sondern eindeutig

zu teuer. Andere EU-Mitglieder denken laut über Deckelungen der Energiepreise nach –

der deutschen Industrie darf dadurch kein zusätzlicher Nachteil entstehen.

Holger Ade, Leiter Industrie- und Energiepolitik im WSM dazu: “Wenn die Energiepreise nicht

schnell auf ein europäisches Niveau sinken, werden wir leider Insolvenzen sehen, die vermeidbar

gewesen wären, erste Fälle gibt es bereits.“

Ansprechpartner: Holger Ade, Tel.: 02331-958821, hade@wsm-net.de

Hagen/Düsseldorf, den 20.10.2021

Über den WSM:

Die Stahl und Metall verarbeitende Industrie in Deutschland, das sind: rund 5.000 vorwiegend familiengeführte

Betriebe, die mit über 400.000 Beschäftigten über 80 Milliarden Euro Umsatz im Jahr erwirtschaften.

Die Unternehmen beschäftigen im Durchschnitt 100 Mitarbeiter und sind mit Abstand die

wichtigsten Kunden der Stahlerzeuger.

Die Branche zeichnet sich durch hohe Spezialisierung und Wettbewerbsintensität aus. Die Unternehmen

fertigen für die internationalen Märkte der Automobil-, Elektro- und Bauindustrie, den Maschinenbau

und den Handel.

Der WSM ist Dachverband für 14 Fachverbände. Zusammen bündeln sie die Interessen einer der größten

mittelständischen Branchen in Deutschland und sind Sprachrohr für deren wirtschaftspolitische Vertretung

auf Länder-, Bundes- und Europäischer Ebene. Sie suchen den Ausgleich mit marktmächtigen

Abnehmern und Lieferanten aus Industrie und Handel. Und sie fordern bessere Rahmenbedingungen

für Wachstum, Dynamik und Wettbewerb – ob bei Steuern, Abgaben, Recht, Forschung, Umwelt, Energie

oder Technik.

WSM

Wirtschaftsverband

Stahl- und Metallverarbeitung e.V.

Uerdinger Straße 58-62

40474 Düsseldorf

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Telefon +49 (0) 211 95 78 68 22

Telefax +49 (0) 211 95 78 68 40

cvietmeyer@w-net.de

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Energiepreisschock: Mittelständisches Industriebündnis schlägt Alarm

 

Pressemitteilung Berlin, 15. Oktober 2021

Energiepreisschock: Mittelständisches Industriebündnis schlägt Alarm

Ohne Neuordnung der Energiewende-Finanzierung droht vielen Unternehmen das Aus

Berlin: Die Senkung der EEG-Umlage hilft der energieintensiven mittelständischen Industrie

in Deutschland nicht. Denn gleichzeitig steigen die Preise für Strom an der Strombörse in immer

neue Rekordhöhen. Das Bündnis Faire Energiewende, das 10.000 mittelständische Industrieunternehmen

mit rund einer Million Beschäftigten in Deutschland vertritt, fordert deshalb

eine klare Positionierung der künftigen Regierungsparteien.

Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie:

„Die künftigen Regierungsparteien müssen sich dringend mit der Situation an

den Energiemärkten befassen und die vollständige Finanzierung der Energiewendekosten

aus dem Bundeshaushalt im Koalitionsvertrag festschreiben. Außerdem muss das produzierende

Gewerbe schnellstmöglich um einen überwiegenden Teil der rein nationalen CO2-

Kosten entlastet werden, sonst werden sich viele Unternehmen nicht mehr von der Corona-

Krise erholen und den Weg in die Insolvenz gehen müssen.“

Die Senkung der EEG-Umlage wird durch Erhöhung der Börsenpreise für Strom wieder aufgezehrt.

Deshalb benötigen die mittelständischen Industrieunternehmen dringend eine Neuordnung

der Energiewende-Finanzierung. Kein Unternehmen kann auf Dauer wettbewerbsfähig

sein, wenn es Zusatzkosten tragen muss, die die Wettbewerber nicht haben. Dazu gehört

neben den Rekordpreisen für Strom in Deutschland die rein nationale CO2-Bepreisung,

die seit Anfang 2021 in Kraft ist.

Uwe Mazura: „Bleibt es bei den heute geltenden Regelungen drohen Abwanderungen und

der Verlust von Arbeitsplätzen, Wertschöpfung und Know-how mit irreversiblen Auswirkungen

für den Industriestandort Deutschland. Gerade die mittelständischen Industrieunternehmen

in Deutschland können mit ihren Innovationen und Produkten wichtige Beiträge auf dem

Weg zur Klimaneutralität leisten. Dafür benötigen sie aber ausreichend grüne Energie zu be-zahlbaren Preisen. Solange diese Voraussetzung nicht gewährleistet ist, brauchen energiein-tensive Branchen Standortbedingungen, die eine wettbewerbsfähige Produktion in Deutsch-land überhaupt noch möglich machen.“

Zum Bündnis Faire Energiewende zählen:

• Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie BDG, www.bdguss.de

• Bundesverband Keramische Industrie e. V., www.keramverbaende.de

• Bundesverband der Energieabnehmer e. V., www.vea.de

• Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e. V., www.textil-mode.de

• Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V., www.gkv.de

• Industrieverband Feuerverzinken e. V., www.feuerverzinken.com

• Verband der Deutschen Feuerfest-Industrie e. V., https://vdffi.de/

• wdk Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e. V., www.wdk.de

• WSM Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e. V., www.wsm-net.de

Die Verbände im Bündnis Faire Energiewende vertreten branchenübergreifend etwa 10.000 deutsche Unternehmen mit ca. einer Million Beschäftigten und zuletzt etwa 200 Milliarden Euro Jahresumsatz. Weitere Infos unter www.faire-energiewende.de

2021-10-14 Presseinfo Nr. 07-21

 

 

Produktionsstilllegungen, Marktturbulenzen, Mehrkosten:

„Geballte Probleme erfordern Schulterschluss zwischen Automobilindustrie und Zulieferern“

Vier Branchenverbände schreiben gemeinsamen Brandbrief – „Standort Deutschland gefährdet“

HAGEN – Okt. 2021. Material verteuert, Teile werden nicht abgenommen, Energiepreise steigen. Die Lieferkette der Automobilindustrie steht vor dem Kollaps. „Zerstörerische Markthemmnisse, chipmangelbedingte Produktionsstopps und drastisch gestiegene Energiekosten werden für Zulieferer zum ruinösen Mix. Und gefährden den Standort Deutschland“, so IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs. Mit einem Brandbrief gehen vier Industrieverbände gemeinsam auf Hauptkundengruppen in der Automobilindustrie zu. Verfasser sind der Industrieverband Blechumformung e.V. (IBU), der Industrieverband Massivumformung e.V. (IMU), der Deutsche Schraubenverband e.V. (DSV) und der Verband der Deutschen Federnindustrie e.V. (VDFI).

„Lage hochgefährlich für mittelständische Zulieferstruktur“

Bernhard Jacobs beschreibt die Lage als „hochgefährlich“ für die mittelständische Zulieferstruktur. „Da Verantwortliche schwer auszumachen sind, plädieren wir für den Schulterschluss zwischen OEMs und Zulieferern. Vom Staat fordern wir zudem eine Energiekostenbegrenzung, da hohe Preise die Krise zusätzlich befeuern.“

 „Brauchen verlässliche Produktionszahlen und transparente Abrufplanungen“

Die Branchenverbände lenken den Blick der Automobilhersteller auf den Erhalt der Lieferketten: „Wir brauchen von unseren Auftraggebern verlässliche Produktionszahlen und Abrufplanungen.“ Ihren Mitgliedern empfehlen sie, Kunden in die Pflicht zu nehmen: „Sie sollten nur noch dann Vormaterial bestellen, wenn die Abnahme der Teile definitiv zugesichert ist.“ Der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) hat dafür die Rechtsverbindlichkeit von Lieferabrufen nochmals juristisch bewertet und den Mitgliedsunternehmen zur Verfügung gestellt.

 Forderung an OEMs: Chiprisiko nicht abwälzen – Probleme abfedern

Chipmangel zwingt Automobilhersteller zu Produktionseinschränkungen: Opel Eisenach schließt bis Jahresende, VW pausiert in Wolfsburg bis Mitte Oktober. Systemlieferanten – wie ZF Getriebe – gehen bis mindestens Ende 2022 von einer angespannten Halbleiterversorgung aus. Bei Zulieferern verursacht dies laut DSV-Geschäftsführer Hans Führlbeck über 30-prozentige Umsatzeinbrüche, verbunden mit Liquiditätsengpässen durch verschobene und nicht abgenommene Fertigware. Er appelliert an OEMs, das Chiprisiko nicht abzuwälzen: „Auch wenn Hersteller teilweise nicht wissen, wann sie welche Mengen von Elektronikbauteilen bekommen: Sie haben eine vertragliche Verpflichtung gegenüber ihren Zulieferern. Gefragt sind Lösungen, die deren Probleme abfedern. Die gute Ergebnislage der OEMs lässt das sicherlich zu.“

 Aufruf an den Staat: Energiepreise dürfen Krise nicht verschärfen

Den Staat rufen die Branchenverbände auf, nicht krisenverschärfend zu agieren. „Unsere steuergetriebenen Energiepreise belasten die Industrie in unzumutbarer Weise. Insbesondere im internationalen Wettbewerb“, unterstreicht Wolfgang Hermann, Geschäftsführer des VDFI. IMU-Geschäftsführer Tobias Hain ergänzt: „Frankreich reagiert auf die aktuelle Lage mit einem Energiedeckel zum Schutz der Industrie, Deutschland erhöht dagegen die Preise.“ Den Zeitpunkt für CO2-Abgaben und EEG-Umlageerhöhungen halten die Branchenvertreter für „absolut falsch“. Die mittelständische Wirtschaft stehe vor gewaltigen Herausforderungen, für die Transformation müssen Investitionsreserven erwirtschaftet werden. „Wer die Zulieferer jetzt alleinlässt, gefährdet den Standort Deutschland“, betonen IBU, IMU, DSV und VDFI.
Text 3.427 Z. inkl. Leerz.

 

KURZPROFIL: Industrieverband Blechumformung e.V. (IBU)
Der IBU in Hagen vertritt als Bundesverband circa 240 Mitgliedsunternehmen der blechumformenden Industrie und deren Zulieferer. Diese überwiegend aus mittelständischen Familienunternehmen bestehende Branche wird durch eine industrielle Fertigung für marktmächtige Kunden geprägt. Das Umsatzvolumen der Branche betrug im Jahr 2020 rund 17,41 Milliarden Euro. Die Verbandsmitglieder sind mehrheitlich Zulieferer der Automobil- und Elektronikindustrie, des Maschinen- und Anlagenbaus, der Möbel- und Bauindustrie sowie der Medizintechnik.

 Ansprechpartner:

Industrieverband Blechumformung (IBU)

Geschäftsführer Bernhard Jacobs

Tel.: +49 2331 958819 oder 958856

 

Fax: +49 2331 958756

info@industrieverband-blechumformung.de, www.industrieverband-blechumformung.de

 

 KURZPROFIL: Industrieverband Massivumformung e. V. (IMU)

Der Industrieverband Massivumformung ist der deutsche Fachverband der Branche. 250 Unternehmen betreiben Massivumformung in Deutschland. Gemeinsam bilden sie einen starken Wirtschaftsfaktor: 3 Millionen Tonnen Material verändern ihre Form beim Gesenkschmieden, Kaltfließpressen, Freiformschmieden und Ringwalzen. Massivumformung ist vor Ort: In vielen Regionen Deutschlands und damit im direkten Umfeld entstehen so hochwertige Produkte im Gesamtwert von jährlich 9 Milliarden Euro. Damit ist Deutschland in dieser wichtigen Industriesparte der Marktführer Europas und die Nummer 2 weltweit.  

Ansprechpartner:

Industrieverband Massivumformung e. V.

Geschäftsführer Tobias Hain

Goldene Pforte 1

58093 Hagen

fon +49 2331 958812

fax: +49 2331 51046

info@massivumformung.de, www.massivumformung.de

 

 

Kurzprofil: Deutscher Schraubenverband e.V. (DSV)

Der Deutsche Schraubenverband e.V. in Hagen vertritt die Interessen der deutschen Schrauben-, Muttern- und Nietenhersteller. Dem Verband gehören 53 mittelständisch geprägte Produktionsunternehmen an. Daneben bilden 75 assoziierte Mitgliedsfirmen die gesamte Prozesskette im Rahmen der Herstellung mechanischer Verbindungselemente ab. Die Verbandsunternehmen erwirtschaften ein jährliches Umsatzvolumen von ca. 1,8 Mrd. Euro und verarbeiten über 500.000 Tonnen Walzdraht p. a. Schrauben, Muttern und Niete werden in fast allen Bereichen der industriellen Fertigung von Wirtschaftsgütern eingesetzt. Mit seiner Schraubfachakademie bietet der Deutsche Schraubenverband e.V. eine anerkannte Weiterbildung zum Schraubfachtechniker (DSV)® und Schraubfachingenieur (DSV)® an.

Ansprechpartner:
Deutscher Schraubenverband e.V.

Geschäftsführer: Hans Führlbeck, Dr. Stefan Beyer

Goldene Pforte 1
58093 Hagen
fon: +49 2331 9588-11
fax +49 2331 9587-48

info@schraubenverband.de, www.schraubenverband.de

 

 

KURZPROFIL: Verband der Deutschen Federnindustrie e.V. (VDFI)

Der Verband der Deutschen Federnindustrie ist einer der ältesten Branchen-Fachverbände in Deutschland. Die 104 ordentlichen und acht außerordentlichen Mitglieder produzieren technische Federn für alle Bereiche der Wirtschaft in Deutschland und anderen europäischen Ländern.

Neben den Herstellern von Federn sind im VDFI mit 60 Mitgliedern auch die wichtigsten nationalen und internationalen Zulieferer, Maschinenhersteller und Halbzeug-Lieferanten organisiert. Die Mitglieder des VDFI bilden mehr als 80 % des Umsatzes der gesamten Federnindustrie ab, was dem Verband eine sehr große Branchenrelevanz gibt.

Fast alle Mitglieder sind Familienunternehmen, teilweise in der 5. und 6. Generation.

Ansprechpartner:

Verband der Deutschen Federnindustrie e.V. (VDFI)

Geschäftsführer Wolfgang Hermann

Goldene Pforte 1

58093 Hagen

fon: +49 2331 958854

fax: +49 2331 587484

info@federnverband.de

www.federnverband.de

 

Deutscher Schraubenverband

Losgröße


Schrauben


Muttern


Niete


Scheiben


Zielgruppen